Nachtlied :

Eine nächtliche Träumerei zu Ehren von Rainer Maria Rilke

Nachtlied - ein Gedicht von T Newfields

Welch sanfter, silberner Atem gebiert jede wallende Nacht,
deren seidene Schöße aus leuchtenden Blüten die Dunkelheit weben?

Trink tief von der Dämmerung, lass die Schatten heran,
denn die Nacht – ewig seufzend – hat alle Furcht überwunden.

Zittert nicht länger vor Schrecken, die niemand benennt,
wenn die Sonne ihre Haut abstreift und sich in leuchtendes Gold verwandelt.

Seht, wie Fledermäuse eilends durch silberbestickte Himmel flattern,
während Schatten ihre Geheimnisse seufzend preisgeben.

Wenn der kühle Abend erwacht und sanft durch die Weiden streicht,
auf der Suche nach Seelen, die in die Tiefe sinken –
hinein in eine Sprache der Sehnsucht, in der begrabene Wünsche
in den Knochen erwachen, während müde Welten schlafen.

Seht: Die Dämmerung ist niemals eine kahle, öde Klinge;
sie ist kein Nichts, in dem die Geister gefangen ruhen.

Wenn Eulen rufen und nächtliche Streuner durch die Lüfte ziehen,
spüren sie, dass die Nacht ein wundervoller Garten ist –
und wir sind ihre Erben.
Nachtlied - ein Gedicht bei T Newfields