| Jörg: |
(leise, seine Stimme hebt sich sanft vom Summen des Cafés ab) Sieh dir dieses
Licht an, Ellesha. Wie es fällt … fühlt es sich nicht wie eine beruhigende Umarmung
an? Spürst du die heilende Kraft der Sonne? |
| Mia: |
(hält mitten im Programmieren inne, die Finger über der leuchtenden Tastatur schwebend,
bevor sie sich Jules zuwendet; ein schwaches Lächeln erscheint) Heilend? Oh, absolut.
Wenn die Sonne genau so steht wie jetzt, ist das pure Magie. Ehrlich gesagt bin ich
kurz davor, den Code einfach liegen zu lassen, mich hier auszustrecken und mich ganz
diesem goldenen Licht hinzugeben. Wenn die Sonne genau so steht wie jetzt, ist das
pure Magie. Ehrlich gesagt bin ich kurz davor, den Code einfach liegen zu lassen,
mich hier auszustrecken und mich ganz diesem goldenen Licht hinzugeben. |
| Wen: |
(stellt eine dampfende Tasse mit einem entschiedenen Klirren ab, der Blick nachdenklich
und tief) Überleg mal: Wie oft halten die Menschen wirklich inne, um die Sonne, den
Wind oder die Erde tatsächlich zu spüren? Die meisten von uns hasten durchs Leben,
eingesperrt in klimatisierte, WLAN-getränkte Boxen wie diese hier – die Augen wie
festgewachsen an Bildschirmen oder in Papieren vergraben. Das Sonnenlicht klopft oft
leise an unser Bewusstsein. Aber meistens ignorieren wir es einfach. |
| Kōrō: |
(nickt langsam und zeichnet mit dem Finger Kaffeeringe auf der Tischplatte nach, als
würde sie eine verborgene Schrift entziffern) In der Tat. Unser „modernes“ Leben ist
so mechanisch geworden, so hektisch und durch Routine abgestumpft. Die Mächtigen in
Wirtschaft und Politik wissen nur zu gut, wie leicht wir uns lenken lassen. Wir werden
mit digitalen Verlockungen und einer endlosen, schwindelerregenden Informationsflut
bombardiert, die uns kaum Raum lässt, über das Licht nachzudenken. Wir sind süchtig
nach Ablenkung. Ein stiller Moment wie dieser fühlt sich fast schon fremd an. |